Nach Echo-Skandal: CSU will deutschen Rap zensieren!

April 24, 2018 7:33 pm Veröffentlicht von Schreibe einen Kommentar

Das musste ja irgendwie kommen, oder? Nachdem in den vergangenen Wochen immer wieder über die Echo-Verleihung an Farid Bang & Kollegah diskutiert wurde, fordert nun ein ranghoher deutscher Politiker die Zensur des deutschen Battle-Raps. Wir haben Euch im Folgenden ein paar Worte aus der WELT zitiert…

AUSZUG (WELT)

„CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will es nicht bei Appellen nach besserer Selbstkontrolle belassen. Dobrindt hat nach eigener Aussage am Wochenende mal einige Rap-Texte studiert. Offenbar war ihm bisher nicht aufgefallen, mit welcher Sprache und Wortwahl dort gearbeitet wird.

Nachdem Dobrindt sich die Texte näher angesehen hat, kommt er zu folgendem Schluss: „Nicht alles, was Mist ist, ist auch Kunst. Das ist Hetze.“ Bei manchen Texten wundere man sich, dass sie nicht schon längst jemanden aufgeregt hätten, sagt der CSU-Politiker. Die Kunstfreiheit rechtfertige jedenfalls keine Hetze.

Er wolle deshalb seine Kollegen, die sich schwerpunktmäßig den Bereichen Kunst und Kultur widmen, bitten, zu überlegen, was dagegen getan werden könne. Dobrindt selbst hat bereits eine konkrete Idee. „Wir müssen überlegen, ob wir die Regeln, die wir beim Hate-Speech-Gesetz angewendet haben, in anderen Bereichen ähnlich strukturieren können.“

Mit dem Hate-Speech-Gesetz meint Dobrindt das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das auch als Facebook-Gesetz bekannt geworden ist. Das Gesetz wurde im Juni 2017 verabschiedet und verpflichtet die Betreiber von sozialen Medien wie Facebook oder Twitter, offensichtlich rechtswidrige Inhalte innerhalb von 24 Stunden zu entfernen. Die maximale Frist beträgt eine Woche. Eine Anhörung der Betroffenen ist möglich.

Das ist der Kern des Gesetzes und damit wohl auch der von Dobrindts Idee. Würde das Gesetz auf Songtexte übertragen, müssten diese Inhalte also wieder gelöscht werden. Das dürfte sich als noch schwieriger darstellen als bei den Postings auf Facebook und Co., die ja meist nicht nur in einer Form und auf diesen Foren im Internet kursieren. Ein Song, der veröffentlicht ist, kann schwerlich wieder zurückgeholt werden. Tonträger müssten eingestampft, das Streaming unterbunden werden.

Effizienter wäre eine Prüfung vor Veröffentlichung. Doch das hieße, dass die Musikindustrie – wie die Unternehmen beim Netzwerk-Gesetz – selbst eine Zensur durchführen müsste. Inwiefern das mit der Kunstfreiheit vereinbar wäre, wäre sicher schnell eine Frage, mit der sich Gerichte beschäftigen müssten.

Dobrindt erkennt an, dass hier ein empfindliches Terrain berührt wird. Die Kunstfreiheit ist in Deutschland ein hohes Gut, das durch höchstrichterliche Urteile immer wieder bestätigt wurde. Aber der CSU-Politiker ist überzeugt, es gibt „eine Grenze zwischen Kunstfreiheit und Müll. Diese Grenze muss man irgendwo ziehen.“

Den kompletten Artikel könnt Ihr HIER in der WELT lesen!

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Dieser Artikel wurde verfasst von RapUpdate