„Ich hab kein Problem damit, Kollegah meine Meinung zu sagen“

April 22, 2018 7:15 pm Veröffentlicht von Schreibe einen Kommentar

Und wieder mal klare Worte! Nachdem Ben Salomo kürzlich seinen Rückzug aus der deutschen Rap-Szene mitteilte, spricht er nun in einem neuen Interview explizit über Kollegahs Äußerungen und macht dabei deutlich, dass er dem Platin-Rapper auch die Meinung geigen würde…

BEN SALOMO IM INTERVIEW

„Ich weiß nicht, ob ich ihn an dem Abend angesprochen hätte, wenn, dann wäre das aus dem Bauch heraus gekommen.

Aber ich hätte gar kein Problem damit, Kollegah und solchen Leuten gegenüber zu sitzen und zu erklären, dass das, was die da machen, nicht von der Kunstfreiheit gedeckt ist. Dass es einfach etwas ist, das Menschen aufhetzt. Die Ergebnisse kann man an den ganzen Angriffen an Schulen gegen jüdische Kinder sehen.

Wenn das große Idol der Jugendlichen von „jüdischem Zins“ oder „Rothschild“ spricht, brauchen sie ja nur bei YouTube diese Begriffe einzugeben und finden dazu unzählige Videos, die in ihren Aussagen nichts dem nachstehen, was die Nazis damals gesagt haben. Und das ziehen die Jugendlichen sich dann rein. Mir ist es egal, ob es Populismus ist, oder ob die Rapper das aus Kalkül machen. Mit den Hip-Hop Werten hat das nichts mehr zu tun.“

Ich fand das Statement von Campino sehr mutig, er war einer der wenigen, die sich geäußert haben. Die Entscheidung der Menschen, die ihre Echos zurückgeben, finde ich konsequent.

Deswegen ziehe auch ich mich jetzt zurück.

Ich habe 20 Jahre lang versucht, das Problem in der Szene von innen zu bekämpfen. Und habe hier und da auch einiges erreicht. Aber ich bin gegenüber der Anzahl an sehr populären Rappern machtlos, die ihren Antisemitismus durch Texte oder in Musikvideos zeigen, privat oder backstage.

Dagegen komme ich als Rapper nicht an, als Privatmensch nicht und auch nicht als Moderator von „Rap am Mittwoch“.

Und wenn die anderen Künstler im Rap da keine Solidarität zeigen, weil sie Angst haben, dass ihnen eine relevante Zielgruppe wegbricht, dann ist das doch reiner Kapitalismus und Opportunismus und hat auch nichts mehr mit Hip-Hop zu tun.“

Dass komplette Interview könnt Ihr Euch HIER reinziehen!

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Dieser Artikel wurde verfasst von RapUpdate